von Sabine Kloss, Bad Hersfeld
Das Plenum ist voll besetzt bis in die letzten Reihen: Heute werden wir uns einwählen, bei welchem Professor wir unser Vordiplom schreiben. Ich habe meine Wahl bereits getroffen.

Jeder Student soll seinen Namen auf einen Zettel schreiben, nach vorne kommen und in eins der acht Kästchen werfen, die dort stehen. Acht Professoren wollen je 20 Studenten beim Vordiplom betreuen.
Die erste Reihe wird aufgerufen, nach vorn zu gehen, die Zettel in die entsprechende Box zu legen, dann die zweite Reihe, und so weiter bis zur letzten. Ich sitze ziemlich weit hinten. Endlich ist meine Reihe dran. Ich gehe nach vorn, wähle mich ein.
Dann wird ausgezählt. Die Box „meines" Professors ist bereits voll, ich bin draußen. Letztendlich lande ich bei einem Professor, der kaum gewählt wurde... Ich will da auch nicht hin! Die Vorlesungen und Seminare bei ihm sind strohtrocken, langweilig, er hat beim Vortragen keinen roten Faden, kommt vom Hundertsten ins Tausendste! O nein!
Eine Woche später zuhause. Es ist Mittwoch, heute hat mein Wunschprofessor ein Seminar, diesen Schein aber habe ich schon. Also bleibe ich zuhause, sitze bei einer Tasse Kaffe und klage Gott mein Leid: wie soll ich denn mit dem ungeliebten Professor für mein Vordiplom nur zurechtkommen? Ich will da nicht hin. Ich habe keine Ahnung, was ich bei ihm für ein Thema wählen soll, er hat ein so trockenes Fachgebiet. Psychologie wollte ich, da hätte ich kein Problem mit dem Thema gehabt.
Während ich da so sitze, schmolle und bete, spüre ich deutlich, nicht hörbar, aber unmissverständlich, die Worte in mir: „Fahr hin und frag' ihn." Ich entgegne, „Ach, das ist doch jetzt schon viel zu spät." „Fahr hin und frag' ihn! Er wird ‚ja' sagen." Nun, ich habe ja nichts zu verlieren. Also mache ich mich auf den Weg, gehe in das Seminar. Es hat bereits begonnen. So bleibe ich bis zum Schluss, ich kann ja schließlich nicht so etwas dazwischen fragen.
Hinterher gehe ich zum Professor und frage ihn, ob ich nicht doch noch zu ihm kommen kann, um mein Vordiplom zu schreiben. Er sieht mich an und sagt einfach nur „Ja." Ungläubig hake ich nach: „Wirklich?" „Ja. Bei welchem Professor sind Sie denn gelandet?" Ich nenne den Namen. Er schmunzelt. „Sie sind nicht die einzige, die wechseln möchte. Sie können Ihr Vordiplom bei mir schreiben. Die Vorbereitung dafür ist ..." Er nennt einen Termin. Mein Herz jubelt: „Danke, Jesus, dass du meinen Wunsch so beantwortet hast, dass du mein Gebet erhört hast!"
Ich habe mein Vordiplom also bei meinem „Wunschprofessor" geschrieben, und es ist richtig gut geworden!

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