Trauer© ChristArt / FotoliaIhr Schicksal ging durch alle Medien: Sandra Schlitter hat vier Kinder, von denen eines – Mirco – im September 2010 entführt, getötet und erst fünf Monate später gefunden wurde. Vor kurzem berichtete sie bei einem Abend der AGLOW-Gruppe Baumberg (bei Düsseldorf), wie sie und ihr Glaube diese Tragödie überlebt haben. Heidi Previti, Leiterin der örtlichen AGLOW-Gruppe, berichtet von dieser außergewöhnlichen Veranstaltung.

"Im Vorfeld muss ich sagen, dass ich etwas Bedenken hatte, Sandra Schlitter einzuladen. Ich sah in Gedanken einen Riesenandrang von Frauen, die in den Rheinischen Hof nach Baumberg wollten, obwohl unser Veranstaltungsort doch nur 60 Gäste fassen kann. Trotzdem hatte ich inneren Frieden darüber und rief Sandra Schlitter an, um sie einzuladen.

Sie sagte auch sofort zu. Was mich überraschte: Die Anmeldungen kamen sehr spärlich. Immer wieder bekam wir Mitarbeiterinnen von Frauen gesagt: „Nein, zu diesem Abend kann ich nicht kommen. Das kann ich mir nicht zumuten und mir die ganze Geschichte mit Mirco noch einmal anhören. Es hat mich schon so mitgenommen, wenn ich die Berichte im Fernsehen sah."

Sie strahlten eine unglaubliche innere Ruhe aus ...

SchlitterIch bin Gott sehr dankbar, dass der Raum mit knapp 60 Personen gut gefüllt war und wir keinem wegen Überfüllung absagen mussten. Ich bin davon überzeugt: Gott selber hat die Frauen ausgewählt, die an diesem Abend den tief bewegenden Bericht von Sandra Schlitter hören sollten. Sie kam auch nicht alleine, sondern mit ihrem Mann Reinhard, sowie ihrem Bruder und der Schwägerin, die ihnen in der schweren Zeit beistanden und immer für sie da waren. Wer meinte, dass da nun eine Mutter vor uns stand, die niedergeschlagen und tief traurig war, der wurde eines besseren belehrt. Sandra und ihr Mann Reinhard strahlten eine unglaubliche Freude und innere Ruhe aus.

Sie begann den Vortrag mit einem kurzen Video, das im ZDF gezeigt wurde. Man findet es hier im Internet.

Dann erzählte Sandra Schlitter noch mal Stück für Stück, wie Mirco verschwand, von der langen Zeit der Ungewissheit und wie er nach fünf Monaten gefunden wurde. Der Täter selbst zeigte der Sonderkommission (SOKO) der Polizei die Fundstelle. Für Sandra Schlitter war auch das eine Gebetserhörung, weil sie dafür gebetet haben, dass Mirco gefunden wird.

Sehr beeindruckend war immer wieder das tiefe Vertrauen zu Gott, das sie in der Zeit der Ungewissheit hatten. Sie konnte in Frieden und Ruhe schlafen, im Gegensatz zu den Menschen um sie herum, die in großer Unruhe und Sorge waren. Sandra betonte immer wieder, dass sie wusste, dass Mirco in Gott geborgen ist, ob er tot ist oder lebt. Vom ersten Tag des Verschwindens von Mirco gab es in ihrem Haus täglich Gebetsversammlungen, durch die sie sehr gestärkt wurden und sich getragen wussten. Sie beteten von Anfang an auch für den Täter und segneten ihn, obwohl sie noch nichts von ihm wussten. Auch nahmen sie sich von Anfang an vor, sich gegenseitig keine Schuld zuzuweisen. Denn sie wussten: Es passiert sehr oft, dass in solchen Krisenzeiten, die Ehen und Familien auseinander brechen. Das wollten sie auf keinen Fall.

Wie kann man so einem Menschen vergeben?

Auch die SOKO war tief beeindruckt von der Ruhe und sogar Freude, die das Ehepaar Schlitter ausstrahlte, so dass sie des Öfteren sagten: Anstatt dass wir Trost spendeten, wurden wir von ihnen ermutigt und aufgebaut. Manche Leute fragten sie: „Wie kann man so einem Menschen vergeben? Dem würde ich an die Kehle gehen." Doch Sandra erwiderte dann: „Halt, Stopp, dann versündigen wir uns ja selber. Gott ist der gerechte Richter und ihm überlassen wir das Urteil."

Die Zuhörerinnen im Saal hatten des Öfteren feuchte Augen bei ihrem Bericht, der so authentisch und ehrlich rüber kam. Es war eine glaubhafte Botschaft, der keiner widersprechen konnte. Obwohl es in dem Raum sehr warm war und wir kein Fenster öffnen konnte, verließ keiner den Abend vorzeitig. Eine Teilnehmerin sagte mir später: „Wenn es mich nicht so tief bewegt hätte, wäre ich schon früher gegangen, weil man die Luft wirklich schneiden konnte."

Im Nachhinein danke ich Gott von ganzem Herzen für die wunderbare Saat, die an diesem Abend ausgesät wurde. Aufgrund des Zeitungsartikels hatte ich noch einige gute Gespräche und konnte auch noch mehrere CDs an Frauen weitergeben, die nicht da bei sein konnten."

Heidi Previti

Die Tageszeitung "Rheinische Post" hat von dem Abend berichtet.

Download MP3:

mp3Sandra Schlitter - Ich habe meinen Sohn verloren (1)3.75 MB

mp3Sandra Schlitter - Ich habe meinen Sohn verloren (2)33.87 MB

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